
Der Brieftext
Der längste Part und irgendwie immer der schwierigste. Also ein Beispiel wie ein Anschreiben aussehen sollte:
"durch ein Schulpraktikum bei der Elektro Karl GmbH habe ich erste Praxiserfahrungen mit dem Beruf des Starkstromtechnikers gesammelt. Ich habe bei Kunden vor Ort mitgeholfen Schaltungskästen einzurichten und die Signal- und Sicherungstechnik von Verkehrsleitanlagen zu prüfen.
Meine Kenntnisse vertiefe ich in der Physik AG des Lorenz Gymnasiums und mit meinem Projekt zur Antriebstechnik eines Förderbandes habe ich den zweiten Platz im Landeswettbewerb von Jugend forscht belegt.
Mein Abitur werde ich im kommenden Jahr abschließen, wobei ich als erstes Leistungsfach Mathematik und zweites Physik gewählt habe.
Für die von mir angestrebte Ausbildung ist die bundesweit tätige Petersen GmbH & Co. KG meine erste Adresse. Von meinem fachlichen Wissen und Können überzeuge ich Sie am besten in einem direkten Gespräch. Ich freue mich auf Ihr Feedback."
Und jetzt nehmen wir das Anschreiben Satz für Satz auseinander:
Denke daran, dass Du schon im Betreff gesagt hast worum es Dir geht. Das musst Du jetzt nicht noch im ersten Satz wiederholen und schreiben "ich bewerbe mich um Ihren Ausbildungsplatz als Starkstromtechniker". Das ist ein typischer Füllsatz. Er langweilt, hält auf und hat einfach nicht da zu sein.
Komm statt dessen zur Sache, indem Du schreibst was Dich auf die Idee bringt eine Ausbildung zum Starkstromtechniker anzufangen, hier also das Praktikum das offensichtlich Eindruck und Faszination für den Beruf hinterlassen haben muss. Gleichzeitig sagst Du dem Personaler, dass Du das Berufsbild nicht nur von der Theorie sondern auch Praxis her kennst.
Mit dem zweiten Absatz teilst Du mit, dass Du sogar einen Teil Deiner Freizeit mit Projekten verbringst, die zum angestrebten Beruf passen. Und das freiwillig. Pluspunkte für Dich.
Absatz 3: Du wirst Deinen Schulabschluss machen. Das klingt ganz anders als ein "will" oder "möchte". Durch diesen Satz unterstreichst Du Zielstrebigkeit. Obendrein passen die Leistungsfächer zum Ausbildungsberuf.
Und auch wenn der erste Satz vom vierten Absatz ein wenig nach "Bauchpinselei" klingt: Du musst auch begründen warum Du gerade bei diesem Unternehmen anfangen möchtest. Mit den nächsten beiden Sätzen beweist Du Selbstbewusstsein und die Überzeugung genau der richtige für den Job zu sein. Denn wenn Du nicht dieser Überzeugung bist, bist Du auch nicht in der engeren Wahl für den Ausbildungsplatz.
Sicher, dieses Anschreiben ist der Optimalzustand. Hier passen private Interessen, praktische Erfahrung und die Schulbildung wie die Faust aufs Auge zum Beruf. Wenn das bei Dir nicht der Fall ist, lass Dich dadurch nicht entmutigen. Ausbildung heißt nicht umsonst so - schließlich willst Du etwas lernen. Und wenn Deine Interessen und die schulischen Leistungen nicht völlig am Berufsbild vorbei gehen ist das kein Weltuntergang. Viel wichtiger ist es für den Arbeitgeber, dass Du durchblicken lässt Dich für Ziele einzusetzen und daran festzuhalten bis sie erreicht sind. Das Du Initiative zeigst und bereit bist zu lernen.
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